Archiv für November 2013

Tarnen gilt nicht!

Das Vermummungsverbot für Einbrecher und Wegelagerer hat sich ja leider nicht so durchgesetzt. Aber BKA-Chef Jörg Ziercke hat jetzt eine neue und ganz, ganz tolle Idee. Heise berichtet:

Während das Auswärtige Amt den TOR-Entwickler Roger Dingledine einlädt und seine Arbeit mitfinanziert, möchte Ziercke die freie Nutzung von TOR-Software am liebsten unter staatliche Melde-Auflagen stellen.

Diese Cyberkriminalität, das ist ja so ein schwer durchschaubares Feld… Guter Vorschlag, der nächste bitte.

Terry Hardboard is a big, fat nazi!

Ich habe schallend gelacht bei diesem Text, erschienen auf An Englishman In Texas, was ohnehin ein ziemlich toller Blog zu sein scheint1. Alle Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen und Kontroversen sind natürlich rein zufällig. Aber trotzdem VORSICHT bitte: hier gibt´s Nazisymbolik, Sarkasmus und krudes Deutsch in der Überschrift!
Schön vor allem, wie der Autor die bekannte „Ich kann kein Rassist sein, ich hab auch farbige Freunde!“-Argumentation verballhornt:

Hardboard is a big, fat Nazi, claims one barely literate article on a blog which shalt not to be named here; and yet does this accuser know Trevor Hardboard the man? Has this person broken bread with the internationally respected musician who recorded the neofolk classic The World Would Be Better Without Certain Types of People, Not Mentioning No Names or Nothin‘ ?

By Odin’s hat, I should say not!

Only last week Trevor and I enjoyed hot dogs together, served by one of his many, many, many black friends and purchased from a van parked outside the venue in which we were performing on a bill featuring Valhalla Imperium, Pure Blood SS, Reichenschnitzel and the Goombay Dance Band.

‚How much?‘ Trevor asked his black friend as the hot dog was handed down to him.

‚One-fifty, mate,‘ quipped the black gentleman jovially, showing that there were no hard feelings, and that he was able to respect those who are simply exploring controversial ideas and imagery without feeling the need to call them all sorts of unreasonable names.

Would the cowardly and quite possibly Jewish author of that craven blog still have dubbed my colleague in such damning terms had he been there with us that night as we purchased hot dogs from a very close personal friend who is also a black man? Perhaps if he were, he too may have eaten heartily, and eaten not a hot dog but his own filthy words of accusation!

  1. Gelacht hab ich u.a. auch bei diesem Text. Die Trefferquote ist also schon ziemlich hoch. [zurück]

Zehn Finger + sechs Saiten

Noch einmal Musik. Blues diesmal. Oder ist es doch eher Folk? Ich kenne mich da nicht so aus… John Fahey jedenfalls. Der Mann sieht in dieser historischen Aufnahme zwar exakt aus wie der abgehalfterter Trinker, der er zu dieser Zeit (1979) wohl auch war1. Aber das Aussehen ist hier allemal Nebensache. Die Hauptsache ist, dass Fahey in angenehm unaufgeregter Haltung vorführt, was für wunderbare Sachen man mit zehn Fingern und einem mit Saiten bespannten Stück Holz so alles anstellen kann. Die Kunst liegt eben in der Reduktion, nicht in wildem Griffbrett-Gegniedel – diese Botschaft sollten sich alle vermeintlichen Gitarrenhelden dieser Welt mal dick mit Edding hinter die Ohren schreiben. Alle anderen Menschen sollten das hier zumindest mal gehört haben.

  1. Eine ausführliche und interessante Aufarbeitung von Faheys Leben und Werdegang als Musiker findet sich hier. [zurück]

Kraut (made in France)

Aus Fehlern kann mensch lernen, das ist ja bekannt. So geschah es mir auch in diesem Fall: bei Google nach der ziemlich guten französischen Postrock-Band L´Object gesucht, stattdessen die auch ziemlich gute französische Postrock-Band L´Objet gefunden. Glückstreffer, würde ich sagen, denn L´Objet gefallen mir mit ihrem stoisch-relaxten Groove verdammt gut. Die allmächtigen Neu! klingen hier ebenso an wie Cluster und andere Krautrock-Helden der späten sechziger und frühen siebziger Jahre. Sowas mag ich natürlich, von dieser Art Musik kann es gar nicht genug geben. Da muss ich mir wohl mal die Platte kaufen…

Aus aktuellem Anlass…

null

Heute vor 75 Jahren war die Reichspogromnacht. Vor einer Woche zogen im sächsischen Schneeberg knapp 2000 Leute, „besorgte Anwohner“ im Verein mit ortsansässigen und aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Neonazis, mit einem Fackelmarsch durch die Stadt, um gegen ein Erstaufnahmela­ger für Asylsuchende vor den Toren der Stadt zu demonstrieren. Einige hundert Gegendemonstrant_innen standen ihnen gegenüber.
Nächstes Wochenende soll sich das Ganze wiederholen – diesmal hoffentlich mit etwas ausgeglicheneren Kräftenverhältnissen. Kommt zahlreich!