Archiv für August 2014

Walter Benjamin über Pazifismus

Nicht nur über die Gewalt hat Walter Benjamin geschrieben (wobei seine „Kritik der Gewalt“ natürlich folgerichtig auf eine Kritik des Rechts hinauslief, dass als staatlich gesetztes auf die Gewalt nie verzichten kann), sondern auch über den Frieden. Dass er dem moralisch grundierten Pazifismus eher skeptisch gegenüberstand, ist dabei nur naheliegend – weniger naheliegend ist, auf wen Benjamin statt dessen seine Hoffnung setzt. Mathematiker und Clowns für den Weltfrieden? Der Gedanke ist allemal charmant:

Mir scheint, es gibt nur zwei Professionen, die von Natur aus Vertraute des Friedens sind, und gar nicht die, von denen man es denken sollte. Nicht die sehr zweifelhaften barmherzigen Schwestern (die schließlich auf den Krieg, nur anders als die Generale, warten) noch auch die Pazifisten (die von der Kriegsgefahr, nur anders als die Rüstungslieferanten, leben) sondern die Mathematiker und die Clowns: die Meister des abstrakten Denkens und der abstrakten Physis. Der Frieden, der von ihren Unterschriften garantiert wäre, wäre der einzige, dem ich vertrauen würde.

(aus W. Benjamin, Kritiken und Rezensionen [Gesammelte Schriften Bd. III], Suhrkamp, S. 71)

Hollywood Swinging

Yeah, das ist doch mal eine schöne Musik! Die Big Boys gründeten sich 1979 in Austin/Texas, waren ideell der Punk/Hardcore-Szene verbunden – auch wenn ihre Musik selbst dann doch ganz anders klang, nämlich stark von Soul und Funk beeinflusst. Aber das könnt und solltet ihr am besten selber hören. „Fun, Fun, Fun“ ist jedenfalls ein guter Titel, denn die Platte hier macht tatsächlich verdammt viel gute Laune. Hollywood is swinging, und ich swinge im Sitzen mit…