Archiv für September 2014

Ich bin sicher nicht der erste, dem das auffällt …

… aber ich frag einfach mal doofdreist in die Runde: Habt ihr schon gemerkt, wie ähnlich sich diese beiden Lieder hier sind? Der Razzia-Song ist von 1986, das Schleimkeim-Lied wohl von 1991. Im Zweifelsfall müssten es also Schleimkeim gewesen sein, die hier geklaut bzw. sich ein wenig Inspiration abgeholt haben. Kann natürlich auch bloßer Zufall sein. Ist aber auch egal, sind beides gute Lieder und gute Bands, und der SK-Song gefällt mir auch ´nen Tacken besser, weil Otze so ´ne schöne abgewetzte Stimme hat.

Die guten alten Zeiten

Ich war wohl so 14 oder 15, als ich ernsthaft angefangen habe, mich für Metal zu interessieren. In dem Alter ist das irgendwie naheliegend, vor allem für leicht verwirrte hypersensible Nerds, wie ich einer war. Allein schon diese ganze Symbolik der Plattencover… Das fantasymäßig Abgehobene an diesen düsteren Landschaften, Monstern usw. sprach die romantische Ader in mir an und erfüllte mich zugleich mit leicht furchtsamer Faszination. Paradise Lost waren damals eine der ersten Bands, die mich wirklich ansprachen (da war gerade die „Icon“ draußen, was dann so fast die letzte gute Platte dieser Band war).
Gothic-Metal nannte sich das damals (nennt sich heut wohl noch genauso), und Paradise Lost waren dabei ziemlich prägend, indem sie, nachdem als ziemlich gute Death-Metal-Band gestartet waren, dann immer melodischer und melancholischer wurden… Ich fand das gut, weil: melancholisch war ich auch, und dieses ganze Death-Metal-Zeug verstand ich damals noch nicht so richtig.
Meine erste Death-Metal-Platte war dann von Amorphis, die „Tales From The Thousand Lakes“. Auch das war ziemlich naheliegend, denn die Platte hatte a) ein hübsches Fantasy-Cover mit Wasserfall und so und war b) trotz des Grunzgesangs ziemlich melodisch, eingängig, nachvollziehbar. Irgendwann war ich dann aber doch ziemlich übersättigt von dieser Art Musik. Ein paar Jahre lang hörte ich dann kaum noch Metal und verkaufte meine Paradise-Lost- und Amorphis-Platten nach und nach beim Altplattenhändler. Das bereue ich nach wie vor nicht – wenn ich melodische, eingängige Musik will, dann höre ich heute lieber Madonna, und meinen Metal mag ich mittlerweile lieber stumpf und unmelodisch.
So gesehen gefallen mir die ersten zwei Platten von Amorphis heute auch viel besser, als die Band noch klassischen Death Metal fabrizierte. Und die erste EP der Band, „The Privilege of Evil“ ist wirklich richtig großartig, wie ich gerade feststelle. Schönes Gegrunze mit guten Riffs, alles auf modriges Kellergewölben-Niveau heruntergestimmt – so muss das sein. Und achtet nur mal auf diese gespenstischen, disharmonischen Gitarrentöne, die da ab Minute 1:53 ins Spiel kommen… So klang das anno dazumal 1993. Das war natürlich noch vor meiner Zeit, aber es ist allemal schön, das im Rückblick doch noch zu entdecken.