Archiv für Februar 2016

Schön

Da haben sich welche gefunden… To Rococo Rot, die halb in Köln, halb in Berlin verortet, seit nun etwa 20 Jahren halb akustische, halb elektronische, aber immer sehr, sehr gute Musik produzieren. Und Arto Lindsay, den ich vor allem seines krachigen Frühwerks mit DNA wegen sehr schätze, der aber im Laufe der 1980er Jahre vom No Wave aus in Richtung Pop abgewandert ist.
In einem Interview bei The Quietus stieß ich auf folgende schöne Aussage vom To-Rococo-Rot-Menschen Robert Lippok:

What I love about To Rococo Rot is that it is hard to say where the musical development is from the first record to the last one. There is no musical development – there may be a new strategy or a different awareness of sound or melody but it’s more like when you hear music from Africa or South America, where it is not developed in a capitalistic way, but it develops more ‚horizontally‘.

Interessant, dass da jemand meint, sich nicht entwickelt zu haben – gewöhnlich behaupten Musiker_innen in Interviews eher das genaue Gegenteil. Im Falle von To Rococo Rot stimmt es aber: Wenn, dann entwickelt sich deren Musik tatsächlich eher „horizontal“. Das jeweilige musikalische Statement (der Song) ist natürlich neu – aber es lässt sich eben nicht sagen, dass dieses Statement nun besser als das letzte sei, dass es da einen Fortschritt in Richtung „schneller, größer, lauter“ gäbe. Muss ja auch nicht sein. Solange jedesmal so formschöne, unaufgeregte Musik dabei herauskommt, kann es von mir aus nochmal 20 Jahre so weitergehen.