Archiv der Kategorie 'störgeräusche'

Noisefest Warm-up Vol. II

Auch dies hier verspricht sehr gut werden: Am Mittwoch den 4.4. spielen TRMMA‘ und Mimi Kauwouin im Leipziger Süden. Ort: SXMXLDX / Black Hammer. Los geht’s ab 20:00 Uhr.
Die zwei Italiener von TRMMA‘ vermischen laut Eigenaussage „afrikaans and symphonic percussion with modular synthesis“ und führen zum Konzept weiter aus:

The sounds draw inspiration from electroacoustic music, abstract electronics, grindcore, Japanese noise, mediterranean and symphonic music. The way of composition is based on a simplification of some Iannis Xenakis schemes, creating more immediate and imaginative soundscapes.

MIMI KAWOUIN ergänzen das Programm passend durch „Electromagnetic Waves Eating Feedback“, also kurz gesagt Harsh Noise mit lustigen Kostümen. Ein großer Spaß für die ganze Familie! Hier gibt’s was zum Nachschauen und Vorhören:

Staxl!

Um die Gerüchteküche mal ein wenig zu lüften, stelle ich hier brandheißes Bildmaterial zur Verfügung. Wie bei den Fotos, die vom Monster von Loch Ness gemacht wurden, sind sich die Experten auch hier noch nicht ganz einig. Die allgemeine Fachmeinung lautet jedoch: Es handelt sich um authentische Aufnahmen, die Staxl Oll bei einem Auftritt im Leipziger Westen zeigen. Die auf der Tonspur überlieferten Geräusche stützen diese Vermutung noch. Gesicherte Erkenntnisse lassen sich daraus zwar noch nicht ableiten, die Untersuchungen laufen jedoch auf Hochtouren. Weitere Informationen folgen.

Freitag in der Spelunke: Miss Tetanos, Cuntroaches etc

Fall ihr noch nicht wisst, mit welcher Methode ihr am nächsten Wochenende eure Jugend am Besten verschwenden könnt, dann könnt ihr euch für diese hier entscheiden: Am kommenden Freitag den 16.3. gibt es in der Spelunke in Leipzig-Plagwitz nämlich Krawall mit Schnapsbar und Dinosaurier-Malen. Dazu musikalische Begleitung, die ich hier mal in einer übersichtlichen Liste zusammenfasse:

Miss Tetanos Band:
Kommen aus Belgien. Miss Tetanos spielt zusammen mit zwei zotteligen Typen elektronische Körpermusik, die gleichermaßen poppig und treibend ist. Schwer von den 80er Jahren inspiriert, würde ich sagen. Ist tanzbar und taugt gut, um den Putz von der Decke zu holen.

Cuntroaches:
Die neue Waffe aus dem Berliner Untergrund. Der Bandname ist schon mal geil, verbindet gekonnt Punkrock-Feminismus und Genitalhumor. Die Musik ist laut und böse, zu gleichen Teilen aus Hardcore-Punk, No Wave und Feedback zusammengesetzt.

Urin:
Der Name ist schwer googlebar, ich konnte auf die Schnelle keine Hörprobe finden. Aber ich glaube, die machen auch was Gutes mit Punk oder Hardcore. Kommen aus Berlin. Dem Hörensagen nach spielen hier Leute von u.a. PUFF und G.L.O.S.S. mit, also teilweise schwer gefeierten Bands aus USA. Das kann als Qualitätsmerkmal dienen. Der frühere Roadie von KISS darf das Bier auf die Bühne reichen.

Staxl Oll:
Legendenumwobenes Projekt aus Leipzig, das Debütalbum kommt demnächst. An der Gitarre: der Typ, dessen Bruder sich mal mit dem Saxophonisten von Arcade Fire ein Apartment geteilt hat. Drei Schlagzeuge, außerdem werden Blockflöten eingesetzt. Musikalisch zwischen okkultem Free Jazz und linksradikalem Ambient Noise, zu dem sich im Abgang noch ein klitzekleiner Hauch Industrial gesellt. Unter Nerds wird gemunkelt, dass diese Band sehr, sehr gut sei.

Kalt und dunkel

Ich stelle gerade mal wieder fest, dass es im weiten Spektrum von Wave, Post Punk und Artverwandtem derzeit eine ganze Reihe von spannenden neuen Bands gibt. Hier mal drei davon. Rakta kommen aus Brasilien und spielen einen treibenden, hypnotischen Sound. Börn stammen aus Island und sind eher kratzig auf halber Strecke zwischen Post Punk und Death Rock angesiedelt. Und Ciudad Lineal aus Spanien spielen schönen melodischen und melancholischen Cold Wave. Sehr gut.



Kunstkacke (aber gut)

So klang die Plagwitzer Noise-Avantgarde anno dazumal 2009/2010. Hinter der geheimnisvollen Katzentür hockte ich damals mit zwei Freunden und produzierte schabende, klöngelnde, knarzende, rumpelnde und was nicht noch für Geräusche. Unsere noch stark vom Harsh Noise geprägte, nihilistische Frühphase hatten wir zügig hinter uns gelassen. Wie man den überlieferten Aufnahmefragmenten entnehmen kann, begannen wir rasch, auch feinsinnige Pop-Elemente in unseren Sound einzubinden.
Dem drohenden Weltruhm konnten wir glücklicherweise rechtzeitig von der Schippe springen, indem wir uns auflösten. Der eine ging nach Hamburg, um irgendwas mit Film zu machen. Der zweite hatte auch anderes zu tun und macht nun unter anderem die sehr, sehr empfehlenswerte Radio-Sendung Lost Mixtapes. Und ich mache, wie man sieht, was mit Computern und versuche, im Zuge der digitalen Revolution nicht den Anschluss zu verlieren. Aber schön war es damals. Und klang auch gar nicht so schlecht, wie ich im Nachhinein nicht ohne innere Zufriedenheit feststelle: